Dank KI sieht die Kreisliga C jetzt aus wie die Champions League

Wie KI die Liveübertragung von Amateurfussball ermöglicht

soccerwatch

Bundesliga, DFB-Pokal, Champions League und Europa League – die klangvollen Wettbewerbe bei den Fussballprofis kennt jedes Kind. Die Medien sind voll mit Berichten. In ihrem Schatten: die zahlreichen Amateurfussball-Vereine, die mit nicht weniger Leidenschaft allwöchentlich ihren Sport auf den Fussballplätzen der Republik ausüben. Jedes Spiel, jedes Tor, all die grossen Emotionen und kleinen Dramen, sie blieben bisher unbeachtet. Abgesehen von den Fans direkt am Spielfeldrand.

Der Funke

Einer der Gründer von soccerwatch.tv ist Vater zweier fussballbegeisterter Kinder, hat es aber oft nicht zu ihren Spielen geschafft. Daraus entwickelte er die Idee, eine Webcam am Fussballplatz zu installieren, um die Spiele live zu verfolgen. Für einen Prototyp wurde im Baumarkt eine Plastikbox gekauft, in diese ein Loch reingeschnitten, eine Kamera eingesetzt und das Spiel bei YouTube hochgeladen.

Die Idee

soccerwatch.tv tritt an, den Amateurfussball mit digitaler Kameratechnik aufzuzeichnen und zu übertragen – live, on demand oder als Highlight-Clip. Jährlich finden laut Deutschem Fußball-Bund (DFB) hierzulande 1,8 Millionen Fussballspiele statt – von 99 Prozent gibt es keine Aufzeichnungen. Der Grund: Bisherige Lösungen sind aufwendig, teuer und qualitativ minderwertig.

Die Kamera

soccerwatch.tv hat ein eigenes Kamerasystem entwickelt, bestehend aus sechs Full-HD-Kameras, deren Bilder zu einem 180-Grad-Panorama zusammengefügt werden. Dieses System wird in rund 7,5 Meter Höhe am Flutlichtmast des Spielfeldes in Höhe der Mittellinie installiert. Von dort sendet es kabellos in bester Qualität per LTE in die Welt hinaus.

Die KI

Um dem Zuschauer die vom Profifussball gewohnte Bildqualität zu liefern, identifizieren Algorithmen automatisch in Echtzeit den relevanten Bildausschnitt. Ohne jeglichen Chip im Ball oder im Trikot. Die Algorithmen für die Künstliche Intelligenz (KI) in diesem System hat soccerwatch.tv in Zusammenarbeit mit Experten von adesso entwickelt.

"Wir wollen den kompletten Amateurfussball mittels Künstlicher Intelligenz sichtbar machen."

Jan Taube, Geschäftsführer
soccerwatch.tv

Der Weg

Entscheidend für jedes KI-Projekt: Alle Beteiligten entwickeln ein gemeinsames Verständnis der Geschäftsidee, der vorhandenen IT-Struktur, der Datenstruktur und -qualität sowie des Informationsgehalts der Daten. soccerwatch.tv- und adesso-Experten führten im Rahmen eines Workshops im Interaction Room diese Anforderungsanalyse durch. Am Ende standen das Erstellen eines passenden Umsetzungsplans sowie die Auswahl der geeigneten Architektur und Technologie.

Die Wahl

Bei soccerwatch.tv erwies sich Open-Source-Software in Kombination mit einer Cloud-Lösung als die optimale Wahl. Das Start-up verfügte einerseits nicht über die finanziellen und personellen Möglichkeiten, direkt mit einem eigenen Rechencluster zu starten. Andererseits ist ein Cloud-System für die Geschäftsidee bestens geeignet. Für jedes weitere installierte Kamerasystem kann das Unternehmen die Kapazität bedarfsgerecht skalieren.

Der Beweis

Im ersten Schritt haben die Experten das Videomaterial von wenigen Kamerasystemen gesammelt und für die Entwicklung des Algorithmus genutzt. Ziel war es, die Funktionalität und Umsetzbarkeit des im Workshop entwickelten Konzepts zu beweisen. Entwickelt wurde komplett agil. Agilität in Bezug auf KI-Projekte hat einen entscheidenden Vorteil: Analysten sind von Beginn an in die Modellierung einbezogen. So erkennen die Verantwortlichen frühzeitig, ob die Umsetzung den gewünschten Nutzen bringt. Im Gegensatz dazu stehen bei klassischen Vorgehensmodellen den Analysten die Daten erst am Ende zur Verfügung.

Die Umsetzung

Nachdem die Beteiligten den Beweis der Tragfähigkeit erfolgreich erbracht hatten, integrierten sie den Algorithmus in die Cloud-Lösung. Die beiden essenziellen Anforderungen: Skalierbarkeit und Echtzeitfähigkeit. Wochenende für Wochenende finden in Deutschland zehntausend Amateurfussballspiele parallel statt. Mit jedem installierten Kamerasystem wächst die Rechenlast, die das System parallel abarbeiten muss, um all die Spiele live zu streamen.

Das Ergebnis

Aktuell hat soccerwatch.tv 180 Kamerasysteme installiert, bis zum Ende des Jahres sollen es 1.000 sein. Das Highlight der noch jungen Geschichte: Der DFB hat eine Partnerschaft mit dem Streaming-Start-up vereinbart. Mit „soccerwatch.tv Analytics“ stehen den Amateurtrainern und -spielern Daten wie Laufleistung, Zweikampfbilanz und Trackingwerte zur Verfügung – ähnlich wie bei den Profis.

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